NotebookLM Mobile: Der Präsentationsassistent für Infografiken und Slides

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Google bringt sein Forschungs‑ und Notiztool NotebookLM konsequent in die mobile Welt und macht das Smartphone zu einem echten Präsentations‑Assistenten: aus Recherche wird unmittelbar präsentationsfertiger Content — inklusive Infografiken, gesprochenen und nun auch visuellen Übersichten sowie variablen Slide‑Deck‑Layouts, die sich direkt auf dem Mobilgerät anpassen lassen.

A smartphone displays presenter slides, surrounded by floating infographic and summary panels.Background / Überblick​

NotebookLM startete als experimentelles, AI‑gestütztes Forschungs‑ und Lernwerkzeug von Google, das Anwendern erlaubt, eigene Quellen — PDFs, Docs, Weblinks, Audio und mehr — hochzuladen und daraus kontextuell fundierte Antworten, Zusammenfassungen und Lernhilfen zu generieren. Das Produkt wuchs schnell über seine ursprüngliche Funktion als reiner Chat über eigene Quellen hinaus: im Laufe von 2025 ergänzte Google Werkzeuge wie Infografiken, Slide‑Deck‑Generierung und Audio Overviews; Anfang Februar 2026 folgten mobile Erweiterungen, die Video‑Überblicke (narrated slideshows), erweiterte Design‑Anpassungen und eine engere Studio‑Integration in die Smartphone‑App bringen.
Google positioniert NotebookLM als Teil des Workspace‑Ökosystems; die offizielle Produktbeschreibung betont dabei, dass Inhalte aus Workspace‑Konten nicht zur Modell‑Weiterentwicklung genutzt werden, sofern sie nicht ausdrücklich geteilt werden. Gleichzeitig erweitert Google die Ausgabe‑Formate: aus reinen Text‑ oder Audiozusammenfassungen werden jetzt interaktive, visuelle Artefakte, die sich für Meetings, Lehrveranstaltungen und Social‑Sharing eignen.

Was ist neu: NotebookLM als mobiler Präsentations‑Assistent​

Die jüngsten Updates konzentrieren sich auf drei zusammenhängende Verbesserungen:
  • Video Overviews: AI‑generierte, gesprochene Slideshows, die Inhalte aus hochgeladenen Quellen extrahieren und in visuelle Sequenzen mit begleitender Sprachausgabe verwandeln. Diese Overviews bieten Wiedergabesteuerung, Tempoanpassung und richten sich an Nutzer, die Inhalte konsumieren möchten, ohne lange Dokumente zu lesen.
  • Slide Decks (Presenter vs. Detailed): Zwei Ausgabemodi für Präsentationen — ein Detailed Deck für ausführliche, textreiche Versionen und Presenter Slides für visuelle, sprechergerechte Folien mit Stichpunkten. Nutzer können Länge, Detailtiefe und Stil direkt in der mobilen UI anpassen.
  • Infografiken und Studio‑Tools mobil: Die Desktop‑Funktionen zur Erstellung von Infografiken und Stil‑Anpassungen sind nun in der App verfügbar — inklusive Layout‑Orientierung, Längen‑Einstellungen und narrativen Stiloptionen.
Diese Features verwandeln NotebookLM vom rein passiven Recherchebegleiter in einen aktiven, produktionsfähigen Werkzeugkasten für die schnelle Erstellung präsentationsreifer Inhalte — alles auf dem Mobilgerät.

Technische Eckdaten und Bedienkonzept​

Output‑Formate und Anpassungsmöglichkeiten​

NotebookLM liefert mittlerweile mehrere Ausgabeformate direkt aus einem Notebook:
  • Text‑Summaries (Kurz / Lang / Stilvarianten)
  • Audio Overviews (Podcast‑ähnlich, offline abspielbar)
  • Video Overviews (AI‑generierte, animierte Slideshows mit Sprecherstimme)
  • Slide Decks in zwei Modi: Detailed (komplett, ausführlich) und Presenter (visual-first, Stichpunkte)
  • Infografiken (Landscape, Portrait, Square; Anpassung von Orientierung und Stil)
Mobil lassen sich diese Ausgaben über ein dreigeteiltes Studio‑Interface generieren: Quellenliste, Konversations‑/Promptbereich und Output‑Vorschau sind nebeneinander sichtbar, was gerade auf kleinen Bildschirmen den schnellen Wechsel zwischen Recherche und Gestaltung erleichtert.

Modelle und Medienerzeugung​

Google integriert für visuelle Assets und multimodale Ausgabe wahrscheinlich seine Gemini‑Klasse Modelle und spezielle Bildgenerationseinheiten (intern gelegentlich mit Codenamen wie „Nano Banana“ assoziiert). Die Video‑Overviews kombinieren Text‑Extraktion, Bildauswahl oder Generierung, Layout‑Raster und eine Text‑to‑Speech‑Komponente für Narration.
Wichtig: Google selbst betont, dass die Inhalte auf den hochgeladenen Quellen basieren — das System generiert Ausgaben, die sich explizit auf die eigenen Dokumente stützen, um unliebsame Halluzinationen zu reduzieren. Dennoch besteht weiterhin das Risiko von Fehlern in der Interpretation; Nutzer sollten Ergebnisse prüfen.

Plattform‑ und Datenschutz‑Aspekte​

NotebookLM ist in Workspace eingebettet, und Google kommuniziert, dass Workspace‑Daten nicht zum Training der Modelle verwendet werden, sofern die Standard‑Privatsphäreeinstellungen bestehen. Für Unternehmenskunden gibt es erweiterte Kontrollen und administrative Einstellungen, die Datenzugriff und Teilen regeln.
Dennoch müssen Administratoren und Anwender zwei Ebenen unterscheiden:
  • Content‑Privatsphäre: Wer hat Zugriff auf das Notebook? Wo werden Dateien gespeichert?
  • Model‑Training & Telemetrie: Welche Logs, Interaktionen oder Aggregatdaten werden zur Produktverbesserung genutzt?
Organisationen sollten diese Punkte im Rahmen ihrer Compliance‑ und Data‑Governance‑Richtlinien verifizieren.

Stärken: Warum dieses Update relevant ist​

1. Mobiler Workflow‑Bruch wird geschlossen​

Viele professionelle Workflows beginnen auf dem Smartphone: Fotos von Whiteboards, kurze Notizen, PDFs unterwegs. NotebookLM kann diese Rohquellen auf dem Gerät aufnehmen und in präsentationsfähige Inhalte transformieren — ein echter Zeitgewinn für viel beschäftigte Professionals.

2. Multimodale Ausgabe erhöht Verständnis und Reichweite​

Nicht jeder lernt durch Lesen: Audio‑ und Video‑Overviews sowie Infografiken sprechen unterschiedliche Aufnahmepräferenzen an. Für Lehrende, Produktmanager oder Vertriebsteams ist das ein klarer Mehrwert.

3. Schnelle Prototypen für Meetings​

Die Option, einen Presenter Slide‑Modus zu wählen, bedeutet: kurze, sprechergerechte Folien mit Kernaussagen statt textüberladener Dokumente. Für spontane Pitches oder Daily Stand‑ups ist das Gold wert.

4. Design‑Anpassungen ohne weitere Tools​

Die Möglichkeit, Layout, Komplexität und narrativen Stil per Pencil‑Icon zu verändern, reduziert die Notwendigkeit, nach der Generierung noch auf spezialisierte Grafik‑Tools auszuweichen.

Risiken und offene Fragen​

1. Verlässlichkeit der Inhalte​

Auch wenn NotebookLM Inhalte aus eigenen Quellen bezieht, bleibt die Interpretation algorithmisch. Extraktionsfehler, falsche Priorisierung von Informationen oder inkorrekte Datenübernahme können Folien in die Irre führen. Besonders heikel ist dies in technisch oder rechtlich relevanten Bereichen (Finanzen, Medizin, Recht).
Empfehlung: Immer eine Stufe der menschlichen Qualitätssicherung einbauen — Review‑Checklists, Peer‑Review, oder automatisierte Prüfungen gegen Primärdaten.

2. Datenschutz und Compliance​

Die Behauptung, Workspace‑Daten würden nicht zum Modelltraining verwendet, ist ein positiver Punkt — aber Organisationen müssen das konkret verifizieren: Welche Metadaten werden geloggt? Werden Audio‑Overviews lokal gecached? Wie funktioniert Datenretention? In stark regulierten Umgebungen (Gesundheitswesen, Finanzsektor) gelten strikte Vorgaben.
Empfehlung: Security‑Teams sollten Audit‑Logs, Data‑Processing‑Agreements und DLP‑Integration (Data Loss Prevention) prüfen, bevor sensible Notebooks produktiv genutzt werden.

3. Urheberrecht und Bildgenerierung​

Wenn NotebookLM intern Bilder generiert (oder bestehende Bilder extrahiert), stellt sich die Frage nach Urheberrechten — insbesondere wenn generative Modelle fremde Werke stilisieren oder reproduzieren. Auch die Einbindung von produzierten Bildern in Präsentationen für kommerzielle Zwecke kann Lizenzfragen aufwerfen.
Empfehlung: Legale Prüfungen, Creative‑Commons‑Filtering und klare Policies für die kommerzielle Nutzung von generierten Bildern.

4. Abhängigkeit und Lock‑in​

Wer seine Präsentationspipeline primär über NotebookLM laufen lässt, setzt auf Googles Ökosystem. Das ist bequem, kann aber zu Abhängigkeiten führen — Datenexport, Interoperabilität mit anderen Präsentationstools und langfristige Archivierungsstrategien müssen geklärt werden.
Empfehlung: Export‑Workflows testen (z. B. Export als PPTX, PDF) und sicherstellen, dass alle Assets portabel sind.

5. Barrierefreiheit und Qualität mobiler UI​

Präzise Layout‑Kontrollen auf dem kleinen Bildschirm sind schwierig. Auch wenn Drei‑Panel‑Designs helfen, komplexe Projekte mobil zu steuern, bleibt die Gefahr, dass Feinheiten verloren gehen — etwa komplexe Diagramme oder ausgedehnte Tabellen.
Empfehlung: Für finale, publikationsreife Folien an Desktop‑Workflows denken; mobile Versionen als Drafts bzw. Speaker‑Notes ansehen.

Vergleich: NotebookLM vs. Konkurrenz​

Während Google NotebookLM jetzt stark in Richtung "Presentation as a Feature" geht, stehen andere Player mit ähnlichen Ambitionen bereit:
  • Microsoft Copilot + PowerPoint: Starke Integration in Office‑Ökosystem, tiefe Unternehmensfunktionen und Enterprise‑Kontrollen. Copilot generiert zwar Folien, ist aber oft eng an Office‑Formate gebunden.
  • Canva / Beautiful.ai: Spezialisiert auf Design und Templates; sehr starke Design‑Ausgabe, weniger auf Quellverifizierung ausgerichtet.
  • Google Mixboard / Labs‑Tools: Experimentelle Google‑Produkte wie Mixboard zeigen, wie Google intern Bild‑ und Präsentationsgeneration weiterdenkt — NotebookLM übernimmt die Recherche‑Stärke, Mixboard fokussiert Design‑Exploration.
NotebookLMs Vorteil: die Kombination aus Quellen‑Verankerung (fokussierte Nutzung eigener Dokumente) und multimodaler Ausgabe in einem Workspace‑Kontext. Nachteile ergeben sich eher in der Tiefe des Designs im Vergleich zu dedizierten Design‑Tools.

Praktische Einsatzszenarien und Best Practices​

Für Lehrende und Trainer​

  • Erstellen Sie Video‑Overviews als Ergänzung zu Vorlesungen: Kurz‑Sequenzen zum Vorbereiten der Studierenden.
  • Nutzen Sie Presenter Slides für live gehaltene Vorträge; verschicken Sie Detailed Decks als Nachbereitung.

Für Vertrieb und Produktteams​

  • Schnelle Pitch‑Prototypen aus Whiteboard‑Fotos und Produkt‑Specs generieren.
  • Verwenden Sie Infografiken für Executive Summaries und KPI‑Reports.

Für Enterprise‑Admins​

  • Definieren Sie eine Notebook‑Richtlinie: Was darf hochgeladen werden, wer darf teilen, wie lange bleiben Logs?
  • Integrieren Sie DLP‑Scanner in den Upload‑Workflow und prüfen Sie Exportmöglichkeiten (PPTX, PDF, ODT).

5 Schritte zur sicheren Einführung in Unternehmen​

  • Pilotprojekt mit einer risikofreien Datenklasse (z. B. interne Handbücher ohne Personenbezug).
  • Sicherheits‑ und Compliance‑Review durch IT und Legal.
  • Schaffung eines Governance‑Rahmens (Zugriffsrechte, Retention, Review‑Prozesse).
  • Schulung für Anwender: Qualitätsprüfung, Prompt‑Design, Review‑Checklisten.
  • Evaluations‑Metriken definieren (Zeitersparnis, Fehlerquote, Nutzerzufriedenheit).

UX‑Tipps: Bessere Ergebnisse aus NotebookLM auf dem Smartphone​

  • Verwenden Sie klare, gut fotografierte Bilder als Quellen (keine verwackelten Whiteboard‑Fotos).
  • Ergänzen Sie generierte Folien mit spezifischen Prompts (z. B. „Fasse für ein 5‑minütiges Pitch‑Meeting zusammen“).
  • Prüfen Sie Kernaussagen mit Quellenangaben aus dem Notebook, bevor Sie Folien final freigeben.
  • Nutzen Sie den Presenter‑Modus für Meetings, aber exportieren Sie ein Detailed‑Deck für die Dokumentation.

Bewertung: Wie groß ist die Disruption?​

NotebookLM verschiebt das Verhältnis zwischen Recherche und Präsentation in einer wichtigen Weise: Die traditionelle Reihenfolge — recherchieren → schreiben → designen → präsentieren — wird durch ein konvergentes Modell ersetzt, in dem Recherche und Präsentations‑Erzeugung simultan stattfinden. Das ist in puncto Effizienz disruptiv, aber kein vollständiger Ersatz für Fachexpertise oder Designkompetenz.
Langfristig könnte diese Entwicklung zwei Dinge bewirken:
  • Viele Standard‑Präsentationen werden deutlich schneller und in höherer Grundqualität erstellt.
  • Die Rolle des Menschen verschiebt sich stärker in Richtung Kuratierung, Qualitäts‑Kontrolle und Storytelling, anstatt in die reine Folienproduktion.

Fazit und Empfehlungen​

Google macht mit NotebookLM einen konsequenten Schritt in Richtung mobiler Produktionswerkzeuge: aus der Tasche direkt auf die Bühne. Die Kombination aus Video‑Overviews, Presenter‑Slides und Infografiken auf dem Smartphone schafft neue, produktive Workflows für Lehrende, Vertriebsteams und Wissensarbeiter. Technisch gesehen ist das ein Fortschritt — multimodale Ausgaben liefern Zugänglichkeit und Komfort.
Gleichzeitig dürfen Unternehmen und professionelle Nutzer die Risiken nicht unterschätzen: Datenschutz, juristische Fragen bei Bild‑ und Inhaltserzeugung sowie die Notwendigkeit menschlicher Prüfprozesse bleiben zentrale Herausforderungen. NotebookLM ist kein „Black‑Box‑Autor“, aber die Verlagerung vieler Produktionsschritte auf ein AI‑System verlangt neue Governance‑Routinen.
Kurz gesagt: NotebookLM als mobiler Präsentations‑Assistent ist eine kraftvolle Ergänzung für den digitalen Arbeitsalltag, aber kein Freifahrtschein. Wer die Technologie verantwortungsvoll einsetzt — mit klaren Policies, Audit‑Checks und menschlicher Finalkontrolle — wird deutlich produktiver arbeiten. Wer blind darauf vertraut, riskiert Fehlinterpretationen, Compliance‑Probleme und unerwünschte Lizenzkonflikte.

Konkrete Handlungsempfehlungen (Kurzcheckliste)​

  • Für Anwender: Generierte Folien immer gegen Originalquellen prüfen; Prompts konkret formulieren; Export und Archivierung testen.
  • Für IT/Security: Data‑Protection‑Impact‑Assessment durchführen; DLP integrieren; Retention‑Policies definieren.
  • Für Führungskräfte: Pilotprojekte starten, ROI messen (Zeitersparnis, Akzeptanz), Schulungen budgetieren.
  • Für Rechtsabteilung: Nutzungsrechte von generierten Bildern klären; Compliance‑Risiken für externe Präsentationen minimieren.
NotebookLM entwickelt sich damit zu einem zentralen Baustein moderner, mobiler Wissensarbeit — vorausgesetzt, die Organisationen investieren parallel in Governance und Qualitätssicherung.

Source: BornCity Googles NotebookLM wird zum mobilen Präsentations-Assistenten - BornCity
 

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